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Carl Friedrich Gauß


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  Carl Friedrich Gauß 26jährig (Repro: spontan)

  Gaußsche Glockenkurve (Repro: spontan)

  Gauß [so kennen wir ihn] (Repro: spontan)  

Der Fürst der Mathematiker
konnte früher rechnen als sprechen

... zumindest behauptete er das selbst scherzhaft von sich. Den Anekdoten nach war der am 30. April 1777 in Braunschweig geborene Gauß tatsächlich ein mathematisches Wunderkind, der als dreijähriger bereits den Vater bei der Lohnabrechnung korrigiert haben soll. In der Grundschule berechnete er die Summe der Zahlen von 1 bis 100 nach dem Gesetz  s = n(n+1)/2 und als 18jähriger entdeckte er die Konstruktion des regulären Siebzehnecks (mit Zirkel und Lineal). 

Gauß studierte in Göttingen, promovierte 1799 in Helmstedt und reüssierte mit der Bahnberechnung des Kleinplaneten Ceres. Bereits bei dieser Arbeit setzte er seine Methode der kleinsten Quadrate und Überlegungen zur Zufallsverteilung (Glockenkurve) ein, die noch gar nicht veröffentlicht waren. Das brachte ihm 1805 den Ruf als Direktor an die neue Sternwarte in Göttingen ein, die aber erst 1816/17 fertiggestellt wurde. 
Seine Bahnberechnungsmethoden veröffentlichte er 1809 als "Theoria Motus Corporum Coelestium"; sie sind bis heute außer Modifikationen wg. des Einsatzes moderner Rechner im Kern nicht mehr verbessert worden.

Gauß veröffentlichte grundlegende Werke über die höhere Arithmetik, die Differentialgeometrie und die Bewegung der Himmelskörper. Aber viele seiner Entdeckungen teilte er auch lediglich in Briefen Freunden mit oder er notierte sie nur in seinem Tagebuch, das übrigens erst 1898 entdeckt wurde. 

Bei seinen geodätischen Projekten, er war u. a. verantwortlich für die Vermessung des Königreichs Hannover (2.600 trigonometrische Punkte wurden in 25 Jahren eingemessen!), bewies er neben seinen Fähigkeiten in der Theorie auch seine Praxisnähe und seine Vielseitigkeit. Über 5 Jahre nahm er persönlich an den Vermessungen teil und entwickelte eigens für diese Triangulationen neue Geräte (z.B. den Heliotrop) und ließ sie nach seinen Vorgaben bauen. U. a. realisierte er die Vermessung des damals größten vermessenen Dreiecks: Hoher Hagen (508 m ü. NN), Brocken (1142 m ü. NN), Inselberg (915 m ü. NN).

Zusammen mit seinem Göttinger Kollegen und Freund Wilhelm Weber verkabelte er 1833 seine Sternwarte mit dem physikalischen Institut und tausche über elektromagnetisch  beeinflußte Kompassnadeln Nachrichten mit ihm aus. Das war nicht mehr und nicht weniger als die erste elektrische  Telegraphen-Verbindung der Welt [oder eine frühe Beta-Version des Internets ;-))].

Georg V, König von Hannover, ließ nach dem Tod von Gauß am 23. Februar 1855 bereits 1856 Gauß-Münzen prägen, die dem Ersten der Mathematiker (mathematicorum principi) gewidmet waren.
(pä)

Quellen 
Meschkowski: Mathematiker-Lexikon

Gauß im Internet
Carl Friedrich Gauß
Geschichte der Universitäts-Sternwarte Göttingen


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